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Du bist Elektriker und träumst vom eigenen Betrieb? Von der Meisterpflicht über die Eintragung ins Installateurverzeichnis bis zur richtigen Betriebshaftpflicht – dieser Leitfaden zeigt dir Schritt für Schritt, wie du deinen Elektrobetrieb erfolgreich gründest.

Der Markt für Elektroinstallationen boomt. Die Energiewende und die fortschreitende Digitalisierung sorgen für eine konstant hohe Nachfrage. Ob Photovoltaikanlagen, Smart-Home-Systeme oder der Ausbau der Ladeinfrastruktur für E-Mobilität – die Auftragsbücher der Elektrobetriebe sind voll.
Gleichzeitig herrscht ein massiver Fachkräftemangel im Bereich Mechatronik-, Energie- und Elektroberufe. Für dich als Gründer bedeutet das: Weniger Wettbewerbsdruck und die Möglichkeit, höhere Stundensätze durchzusetzen.
Das Elektrohandwerk gehört zu den zulassungspflichtigen Handwerken (Anlage A) der Handwerksordnung. Grundsätzlich benötigst du einen Meisterbrief, um dich als Elektriker selbstständig zu machen.
Der Meisterbrief ist der Goldstandard. Er berechtigt zur Betriebsführung und zur Ausbildung von Lehrlingen. Er schafft Vertrauen bei Kunden und Banken – besonders bei der Beantragung von Fördermitteln.
Wichtig: Ohne Meisterbrief darfst du dich nicht „Elektromeister" nennen. Bezeichnungen wie „Elektrotechniker" oder „Elektrobetrieb" sind jedoch zulässig.
Von der ersten Idee bis zum ersten Auftrag: Die wichtigsten Schritte auf dem Weg in die Selbstständigkeit.
Analysiere den lokalen Markt: Welche Elektro-Dienstleistungen sind besonders gefragt? Wer sind deine Konkurrenten? Ein solider Businessplan ist Pflicht für Fördermittel und Kredite.
Einzelunternehmen (einfach, volle Haftung), GmbH (Haftungsbeschränkung, 25.000 € Stammkapital) oder UG (ab 1 € Stammkapital, Rücklagenpflicht) – wähle passend zu Haftungsrisiko und Wachstumsplan.
Mit Meisterbrief oder Ausnahmegenehmigung trägst du deinen Betrieb in die Handwerksrolle der HWK ein. Danach folgt die Gewerbeanmeldung beim Gewerbeamt.
Ohne Eintragung beim örtlichen Netzbetreiber darfst du keine Arbeiten am öffentlichen Stromnetz durchführen. Du brauchst: Meisterbrief, Betriebshaftpflicht, kalibrierte Messgeräte und ggf. den TREI-Schein.
Anmeldung bei der Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse (BG ETEM). Unfallversicherung für Mitarbeiter ist Pflicht, für dich als Inhaber dringend empfohlen.
Firmenfahrzeug, VDE-geprüftes Werkzeug, kalibrierte Messgeräte, Arbeitskleidung – und dann aktiv Marketing starten, um deine ersten Kunden zu gewinnen.

Die Gründung eines Elektrobetriebs ist mit erheblichen Investitionen verbunden. Hier ein Überblick über die wichtigsten Anschaffungskosten.
| Posten | Betrag |
|---|---|
| Werkzeuge & Messgeräte (VDE-geprüft) | 5.000 – 15.000 € |
| Firmenfahrzeug (Kastenwagen, Leasing/Kauf) | 15.000 – 40.000 € |
| Büroausstattung & Handwerkersoftware | 1.000 – 3.000 € |
| Arbeitskleidung & Schutzausrüstung | 500 – 1.500 € |

Ein häufiger Fehler von Gründern ist ein zu niedrig angesetzter Stundensatz. Du musst nicht nur Lebenshaltungskosten decken, sondern auch Steuern, Versicherungen, Rücklagen und unproduktive Zeiten finanzieren.
Beispielrechnung:
→ (60.000 + 15.000) / 1.200 = ca. 63 € pro Stunde (Minimum)
Um profitabel zu arbeiten, solltest du mindestens 60–85 €/Stunde berechnen. Bei Spezialisierungen (Smart Home, PV-Anlagen) sind 90–120 €/Stunde realistisch.
Wichtig für B2B-Aufträge: Achte auf den §13b UStG (Reverse-Charge-Verfahren). Bei Bauleistungen an andere Unternehmer schuldet oft der Leistungsempfänger die Umsatzsteuer. Ab 2025 ist die E-Rechnung (ZUGFeRD, XRechnung) im B2B-Bereich Pflicht.
👉 Unsicher bei der Stundensatz-Kalkulation? Wir rechnen das gemeinsam im Coaching durch.
Kostenloses Erstgespräch buchenIm Elektrohandwerk können kleine Fehler existenzbedrohende Folgen haben (z. B. Kabelbrand durch fehlerhafte Installation). Eine solide Absicherung ist unerlässlich.
Die wichtigste Versicherung – deckt Personen-, Sach- und Vermögensfolgeschäden ab. Ohne Nachweis (mind. 1 Mio. € Deckungssumme) keine Eintragung ins Installateurverzeichnis.
Als Selbstständiger wählst du zwischen gesetzlicher (freiwillig) und privater Krankenversicherung.
Pflicht für deine Mitarbeiter, für dich als Inhaber freiwillig – aber dringend empfohlen.
Schützt teures Werkzeug, Messgeräte und Material vor Diebstahl, Feuer oder Leitungswasser.
Sichert dein Einkommen ab, falls du deinen Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben kannst.
Hilft bei juristischen Streitigkeiten mit Kunden (z. B. unbezahlte Rechnungen) oder Lieferanten.
Nutze staatliche Förderungen, um deine Finanzierung auf sichere Beine zu stellen.
6 Monate ALG I plus 300 € Pauschale zur sozialen Absicherung. Voraussetzung: Mind. 150 Tage Restanspruch auf ALG I.
Zuschuss zur Sicherung des Lebensunterhalts in der Startphase für Gründer mit Bürgergeld-Bezug.
Zinsgünstige Darlehen bis 125.000 € für Investitionen und Betriebsmittel – oft ohne Eigenkapital und mit tilgungsfreier Anlaufzeit.
Unterstützung bei Lehrgangs- und Prüfungsgebühren, falls du deinen Meisterbrief noch machst.
Mit dem Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein (AVGS) erhältst du ein gefördertes 1:1-Coaching zur Erstellung deines Businessplans.
Mehr zum geförderten AVGS-Gründercoaching erfährst du auf unserer Seite AVGS Gründercoaching. Den allgemeinen Leitfaden zur Handwerksgründung findest du unter Selbstständig im Handwerk.
Wer sich als „Allrounder" positioniert, steht oft im Preiskampf. Eine klare Spezialisierung hilft, höhere Preise durchzusetzen.
Die Nachfrage nach PV-Anlagen ist enorm. Als zertifizierter Solarteur bist du unverzichtbar für den fachgerechten Anschluss ans Stromnetz.
Intelligente Gebäudesteuerung (KNX, Loxone) wird zunehmend Standard im Neubau und bei Sanierungen.
Der Ausbau der Ladeinfrastruktur (Wallboxen) bietet riesiges Wachstumspotenzial – bis 2030 sollen über 1 Mio. öffentliche Ladepunkte entstehen.
Wartung und Programmierung von Produktionsanlagen sichert langfristige, lukrative Wartungsverträge.

Ohne Kunden kein Umsatz. Gerade in der Anfangsphase musst du aktiv auf dich aufmerksam machen:
Mit deinen Leistungen, Referenzen und Kontaktmöglichkeiten – dein digitales Aushängeschild.
Optimiere deinen Eintrag für lokale Suchanfragen (‚Elektriker in [Stadt]') und sammle aktiv Bewertungen.
Dein Firmenwagen ist deine rollende Visitenkarte – generiert täglich kostenlose Reichweite in deiner Region.
Kooperiere mit Sanitärinstallateuren, Dachdeckern, Architekten – daraus entstehen oft lukrative Weiterempfehlungen.
Im Erstgespräch besprechen wir dein Vorhaben, klären Voraussetzungen und zeigen dir, welche Fördermittel du nutzen kannst – unverbindlich und ohne Kosten.
Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Rechts‑, Steuer‑ oder Finanzberatung. FoundingFits bietet keine Rechtsberatung oder Steuerberatung an. Für verbindliche Auskünfte wende dich bitte an einen Steuerberater, Rechtsanwalt oder eine andere fachkundige Stelle. Alle Angaben ohne Gewähr.