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Gründungsleitfaden Gastronomie

Selbstständig in der Gastronomie: Konzept, Kosten & Genehmigungen

Du willst ein Restaurant eröffnen, ein Café gründen oder einen Food Truck starten? Dieser Leitfaden zeigt dir alle Schritte – von der Geschäftsidee über die Gaststättenkonzession bis zur Finanzierung.

  • Betriebsform wählen – Restaurant, Café, Bar, Imbiss oder Food Truck
  • Genehmigungen im Überblick – Konzession, IfSG, Gewerbeamt
  • Finanzierung sichern – KfW, Fördermittel, Brauereiverträge
  • Kostenplanung – von der Küche bis zum Kassensystem
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Was bedeutet es, sich in der Gastronomie selbstständig zu machen?

Die Existenzgründung in der Gastronomie ist einer der beliebtesten Wege in die Selbstständigkeit – aber auch einer der anspruchsvollsten. Du arbeitest direkt mit Menschen, bist abhängig von Standort, Konzept und Kalkulation, und musst eine Vielzahl von Genehmigungen und Vorschriften beachten.

Ob du ein Restaurant eröffnen, ein Café eröffnen, eine Bar eröffnen oder einen Imbiss eröffnen willst – die grundlegenden Schritte sind ähnlich. Dieser Leitfaden führt dich durch den kompletten Gründungsprozess.

Welche Betriebsform passt zu dir?

Restaurant, Café, Bar, Imbiss, Food Truck oder Catering – jede Betriebsform hat eigene Anforderungen, Kosten und Chancen.

Restaurant eröffnen

Höchster Kapitalbedarf, aber auch die größten Umsatzchancen. Konzept, Küche und Standort müssen perfekt zusammenpassen.

Café eröffnen

Niedrigere Einstiegskosten als ein Restaurant. Zielgruppe und Ambiente entscheiden – von der Rösterei bis zum Coworking-Café.

Bar eröffnen

Sperrstundenregelungen, Lärmschutz und Alkoholausschank-Genehmigung sind zentral. Standort mit Nachtleben-Frequenz ist entscheidend.

Imbiss eröffnen

Geringe Anfangsinvestition, schneller Start möglich. Ideal für Streetfood-Konzepte, Döner, Currywurst oder regionale Spezialitäten.

Food Truck gründen

Maximale Flexibilität bei geringem Fixkostenrisiko. Standgenehmigungen und Eventkalender sind deine wichtigsten Planungsgrößen.

Catering gründen

Kein festes Lokal nötig – eine Produktionsküche reicht. Skalierbar über Events, Firmenessen und Meal-Prep-Angebote.

Konzept, Zielgruppe & Standortwahl

Dein Gastronomie-Konzept ist mehr als eine Speisekarte. Es definiert, wer deine Gäste sind, welches Erlebnis du bietest und was dich vom Wettbewerb unterscheidet.

Die Standortwahl ist in der Gastronomie oft der wichtigste Erfolgsfaktor. Prüfe systematisch:

  • Passantenfrequenz und Laufkundschaft (eigene Zählung an verschiedenen Tagen)
  • Erreichbarkeit: ÖPNV-Anbindung, Parkplätze, Fahrradständer
  • Wettbewerb: Welche Gastronomie gibt es bereits in der Umgebung?
  • Bauliche Voraussetzungen: Küche, Lüftung, Außenfläche, Barrierefreiheit
  • Mietkonditionen: Kaltmiete, Nebenkosten, Staffelmiete, Vertragslaufzeit

Businessplan & Preiskalkulation für die Gastronomie

Dein Businessplan ist mehr als ein Dokument für die Bank. Er zwingt dich, dein Vorhaben von der Zielgruppe bis zum Finanzplan durchzudenken.

Die Preiskalkulation ist in der Gastronomie besonders wichtig: Der Wareneinsatz sollte maximal 25–35 % des Verkaufspreises betragen. Rechne zusätzlich mit Personalkosten von 30–40 % und einer Netto-Marge von 5–15 %.

Im Businessplan gehören außerdem: Konzeptbeschreibung, Standortanalyse, Marketingstrategie, Liquiditätsplanung für mindestens 12 Monate und eine realistische Umsatzprognose.

Mehr dazu in unserem Ratgeber Businessplan erstellen und Finanzplan erstellen.

Typische Kosten: Einmalig vs. laufend

Diese Richtwerte helfen dir bei der Finanzplanung. Die genauen Beträge hängen von Betriebsform, Standort und Größe ab.

KostenpostenEinmaligLaufend
Kaution & Ablöse5.000–50.000 €
Umbau & Renovierung10.000–100.000 €
Küchenausstattung5.000–80.000 €
Möbel & Einrichtung3.000–30.000 €
Kassensystem500–3.000 €30–100 €/Monat
Miete1.000–8.000 €/Monat
Wareneinsatz25–35 % vom Umsatz
Personalkosten30–40 % vom Umsatz
Versicherungen150–500 €/Monat
Marketing200–1.000 €/Monat

Hinweis: Alle Angaben sind Richtwerte und variieren je nach Region, Betriebsform und Größe.

👉 Du willst wissen, wie viel Kapital du für dein Gastro-Vorhaben wirklich brauchst? Lass uns darüber sprechen.

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In 8 Schritten in der Gastronomie selbstständig machen

Von der Geschäftsidee bis zur Eröffnung – so gründest du deinen Gastrobetrieb.

01

Geschäftsidee & Konzept entwickeln

Restaurant, Café, Bar, Imbiss, Food Truck oder Catering? Definiere dein Konzept, deine Zielgruppe und dein Alleinstellungsmerkmal. Eine klare Positionierung ist die Grundlage für alles Weitere.

02

Qualifikationen & Erfahrung prüfen

Du brauchst keinen Meisterbrief, aber Branchenerfahrung hilft enorm. Eine IHK-Unterrichtung nach §4 Gaststättengesetz ist Pflicht, wenn du Alkohol ausschenkst.

03

Businessplan erstellen

Dein Businessplan enthält Konzept, Zielgruppenanalyse, Standortbewertung, Finanzplan mit Preiskalkulation und Marketingstrategie. Er ist Voraussetzung für Kredite und Fördermittel.

04

Finanzierung sichern

Kläre deinen Kapitalbedarf: Eigenkapital, KfW-Gründerkredit, Bankdarlehen, Fördermittel oder Alternativen wie Crowdfunding und Brauereiverträge.

05

Standort finden & Mietvertrag prüfen

Laufkundschaft, Erreichbarkeit, Wettbewerb, Mietkonditionen und bauliche Voraussetzungen – der Standort entscheidet maßgeblich über deinen Erfolg.

06

Rechtsform wählen & Gewerbe anmelden

Einzelunternehmen, GbR oder GmbH? Die Rechtsform beeinflusst Haftung, Steuern und Buchführungspflichten. Danach folgt die Gewerbeanmeldung beim Gewerbeamt.

07

Genehmigungen einholen

Gaststättenkonzession, Gesundheitsamt-Belehrung (IfSG), ggf. Baugenehmigung, Sondernutzungserlaubnis für Außengastronomie und GEMA-Anmeldung.

08

Versicherungen abschließen & loslegen

Betriebshaftpflicht, Inhaltsversicherung und Berufsunfähigkeit – dann bist du startklar. Marketing und Eröffnung vorbereiten.

Genehmigungen, Konzession & rechtliche Pflichten

Die Hygienevorschriften in der Gastronomie und behördliche Anforderungen sind umfangreich. Diese Genehmigungen brauchst du:

Gaststättenkonzession

Pflicht beim Ausschank alkoholischer Getränke – Antrag beim Ordnungsamt

Gesundheitsamt (IfSG §43)

Belehrung nach Infektionsschutzgesetz – Pflicht für alle Mitarbeitenden mit Lebensmittelkontakt

Gewerbeanmeldung

Anmeldung beim Gewerbeamt deiner Stadt oder Gemeinde

Finanzamt

Steuerliche Erfassung, Umsatzsteuer-Voranmeldung und Fragebogen zur steuerlichen Erfassung

GEMA-Anmeldung

Pflicht bei Musikwiedergabe im Gastraum – Tarife je nach Betriebsgröße

Sondernutzungserlaubnis

Für Außengastronomie auf öffentlichem Grund (Bürgersteig, Platz)

Baugenehmigung

Bei Umbau, Nutzungsänderung oder Einbau einer Lüftungsanlage erforderlich

Berufsgenossenschaft (BGN)

Anmeldung bei der BG Nahrungsmittel und Gastgewerbe – Pflicht-Unfallversicherung

HACCP-Konzept – Pflicht für jeden Gastrobetrieb

Das HACCP-Konzept (Hazard Analysis and Critical Control Points) ist ein System zur Sicherstellung der Lebensmittelhygiene. Du musst kritische Kontrollpunkte in deiner Küche identifizieren, dokumentieren und regelmäßig überprüfen. Das Gesundheitsamt kontrolliert die Einhaltung bei unangekündigten Besuchen.

Details zur Gewerbeanmeldung findest du in unserem Ratgeber Gewerbe anmelden.

Steuern & laufende Pflichten für Gastronomen

Als selbstständiger Gastronom zahlst du Umsatzsteuer, Gewerbesteuer und Einkommensteuer. Besonders in der Gastronomie gibt es Fallstricke:

Umsatzsteuer Speisen

7 % auf Speisen zum Mitnehmen, 19 % auf Speisen vor Ort und alle Getränke

Gewerbesteuer

Ab 24.500 € Jahresgewinn – Höhe abhängig vom Hebesatz deiner Gemeinde

Einkommensteuer

Progressiver Steuersatz auf deinen Gewinn – Grundfreibetrag 2026 bei 12.096 €

Lohnsteuer

Pflicht bei Mitarbeitenden – Abführung an das Finanzamt als Arbeitgeber

Mehr dazu: Steuern für Selbstständige und Rechtsform wählen.

Versicherungen für selbstständige Gastronomen

Die richtige Absicherung schützt dich vor existenzbedrohenden Risiken. Diese Versicherungen solltest du prüfen:

Betriebshaftpflichtversicherung – schützt vor Schadensersatzansprüchen (z. B. Gast rutscht aus)
Inhaltsversicherung – für Küchengeräte, Inventar und Einrichtung
Berufsunfähigkeitsversicherung – existenziell wichtig als Selbstständiger
Betriebsunterbrechungsversicherung – fängt Umsatzausfälle bei Schäden auf
Rechtsschutzversicherung – bei Miet- oder Arbeitsrechtstreitigkeiten
Elektronikversicherung – für Kassensysteme, EDV und Kühltechnik

Einen ausführlichen Überblick findest du in unserem Ratgeber Versicherungen für Selbstständige.

Marketing für Restaurant, Café oder Bar

Gutes Essen allein reicht nicht – deine Gäste müssen dich erst finden. Ein durchdachtes Marketing sichert dir Stammkunden und Laufkundschaft.

  • Google Unternehmensprofil anlegen und Bewertungen aktiv pflegen
  • Social Media: Instagram und TikTok für Food-Content nutzen
  • Lokale SEO: Deine Website für 'Restaurant + Stadtteil' optimieren
  • Eröffnungs-Event mit Probeessen für Nachbarschaft und Presse
  • Stammkundenbindung: Treueprogramme, Newsletter, Tagesangebote
  • Lieferplattformen: Lieferando, Wolt & Co. als Vertriebskanal prüfen

👉 Du willst dein Gastro-Vorhaben professionell planen? Lass uns im Erstgespräch deine nächsten Schritte besprechen.

Kostenloses Erstgespräch zur Gründung

Finanzierung & Fördermittel für die Gastronomie

Nutze staatliche Förderungen und günstige Kredite, um deinen Gastrobetrieb zu finanzieren.

Gründungszuschuss (ALG I)

6 Monate ALG I + 300 € Pauschale, danach ggf. 9 Monate Verlängerung. Voraussetzung: mindestens 150 Tage Restanspruch.

Einstiegsgeld (Bürgergeld)

Zuschuss zur Sicherung des Lebensunterhalts in der Gründungsphase – maximal 24 Monate.

AVGS Gründercoaching

Kostenloses 1:1-Coaching über den Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein – Businessplan, Finanzplan und Begleitung.

KfW-Gründerkredit / ERP-Startgeld

Günstige Darlehen bis 125.000 € mit reduzierten Sicherheiten und tilgungsfreier Anlaufzeit.

FAQ: Häufige Fragen zur Selbstständigkeit in der Gastronomie

Was brauche ich, um mich in der Gastronomie selbstständig zu machen?+
Du brauchst eine Geschäftsidee, einen Businessplan, eine Gewerbeanmeldung, eine Gaststättenkonzession (bei Alkoholausschank), die Belehrung nach Infektionsschutzgesetz und – je nach Betriebsform – weitere Genehmigungen. Ein Meisterbrief ist in der Gastronomie nicht erforderlich.
Wie viel kostet es, ein Restaurant zu eröffnen?+
Die Gesamtkosten variieren stark: Für ein kleines Restaurant solltest du mit 30.000–80.000 € rechnen, ein gehobenes Restaurant kann 150.000 € und mehr kosten. Ein Imbiss oder Food Truck startet oft schon ab 10.000–30.000 €.
Kann ich ohne Eigenkapital in der Gastronomie gründen?+
Es ist schwierig, aber möglich. Optionen: KfW-Gründerkredit (kein Eigenkapital nötig), Brauereiverträge (Brauerei finanziert Ausstattung gegen Abnahmepflicht), Crowdfunding oder Business Angels. Der Gründungszuschuss kann zusätzlich helfen.
Brauche ich eine Gaststättenkonzession?+
Ja, wenn du alkoholische Getränke ausschenkst. Für reine Imbissbetriebe, Cafés ohne Alkoholausschank oder Caterer ist in vielen Bundesländern keine Konzession nötig – eine einfache Gewerbeanmeldung reicht.
Welche Hygienevorschriften gelten in der Gastronomie?+
Du musst die Belehrung nach §43 Infektionsschutzgesetz (IfSG) vorweisen, ein HACCP-Konzept erstellen und einhalten, regelmäßige Eigenkontrollen dokumentieren und die Lebensmittelhygiene-Verordnung (LMHV) beachten. Das Gesundheitsamt kontrolliert unangekündigt.
Welche Rechtsform ist für die Gastronomie am besten?+
Die meisten Gastronomen starten als Einzelunternehmen – einfach und günstig. Bei höherem Risiko oder mehreren Gründern bieten sich GbR, UG (haftungsbeschränkt) oder GmbH an. Die Rechtsform beeinflusst Haftung, Steuerlast und Buchführungspflichten.
Welche Steuern zahle ich als Gastronom?+
Umsatzsteuer (7 % auf Speisen zum Mitnehmen, 19 % auf Speisen im Lokal und Getränke), Gewerbesteuer (ab einem Freibetrag von 24.500 €) und Einkommensteuer. Ein Steuerberater mit Gastronomie-Erfahrung ist hier sehr empfehlenswert.
Wie finde ich den richtigen Standort?+
Achte auf Laufkundschaft, Erreichbarkeit (ÖPNV, Parkplätze), Wettbewerbssituation, Mietkonditionen und bauliche Voraussetzungen (Küche, Lüftung, Außenfläche). Eine einfache Standortanalyse mit Zählung der Passantenfrequenz hilft bei der Entscheidung.
Was verdient man als selbstständiger Gastronom?+
Das Einkommen schwankt stark. In der Gastronomie liegt die Netto-Marge typischerweise bei 5–15 % vom Umsatz. Bei einem Jahresumsatz von 300.000 € und guter Kostenkontrolle kannst du mit 30.000–45.000 € Gewinn vor Steuern rechnen.
Kann ich einen Food Truck ohne Gaststättenkonzession betreiben?+
Wenn du keinen Alkohol ausschenkst: ja. Du brauchst aber eine Gewerbeanmeldung, die IfSG-Belehrung, eine Reisegewerbekarte (bei wechselnden Standorten) und für jeden Standort eine Sondernutzungserlaubnis.
Wie bekomme ich ein AVGS Coaching für meine Gastro-Gründung?+
Den AVGS (Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein) beantragst du bei deiner Agentur für Arbeit oder deinem Jobcenter. Im kostenlosen Erstgespräch klären wir, ob du die Voraussetzungen erfüllst und wie wir dich bei Businessplan und Gründung begleiten können.
Welche Versicherungen brauche ich für meinen Gastrobetrieb?+
Mindestens: Betriebshaftpflicht und Berufsunfähigkeit. Dazu empfohlen: Inhaltsversicherung (Inventar, Küche), Betriebsunterbrechungsversicherung und Rechtsschutz. Die BG-Pflichtversicherung (BGN) kommt automatisch dazu.

Bereit, in der Gastronomie durchzustarten?

Im kostenlosen Erstgespräch besprechen wir dein Vorhaben, klären deine nächsten Schritte und zeigen dir, welche Fördermittel du nutzen kannst – unverbindlich und ohne Kosten.

Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Rechts‑, Steuer‑ oder Finanzberatung. FoundingFits bietet keine Rechtsberatung oder Steuerberatung an. Für verbindliche Auskünfte wende dich bitte an einen Steuerberater, Rechtsanwalt oder eine andere fachkundige Stelle. Alle Angaben ohne Gewähr.