Ohne Tragfähigkeitsbescheinigung (fachkundige Stellungnahme) kein Gründungszuschuss und kein Einstiegsgeld. Erfahre, wer sie ausstellt, welche Unterlagen du brauchst und wie du sie im besten Fall sogar kostenlos erhältst.

Pflichtdokument
für alle Förderanträge
Die Tragfähigkeitsbescheinigung (auch fachkundige Stellungnahme genannt) ist ein offizielles Dokument, das bestätigt, dass dein geplantes Unternehmen wirtschaftlich überlebensfähig ist. Ein unabhängiger Experte prüft deinen Businessplan und bewertet, ob deine Annahmen zu Umsatz, Kosten und Zielgruppe realistisch sind.
Die fachkundige Stelle ist nicht dein Feind – sie prüft lediglich auf Plausibilität. Wenn dein Businessplan solide ist, steht einer positiven Stellungnahme nichts im Weg.
Wofür wird sie zwingend benötigt?

Du kannst dir die Bescheinigung nicht selbst ausstellen. Der Gesetzgeber schreibt vor, dass nur anerkannte fachkundige Stellen diese Prüfung vornehmen dürfen.
Klassische Anlaufstellen
Private Experten
Ein unvollständiger Antrag führt unweigerlich zur Ablehnung. Diese vier Dokumente sind Pflicht.
Geschäftsidee, Zielgruppe, Marketingstrategie und Wettbewerbsanalyse – klar und überzeugend formuliert.
Rentabilitätsvorschau (Umsätze vs. Kosten) und Liquiditätsplan für die ersten drei Jahre. Kapitalbedarf muss klar ersichtlich sein.
Der Prüfer bewertet nicht nur die Idee, sondern auch dich als Gründer. Hast du die fachliche Qualifikation für diese Branche?
Nachweise über deine Ausbildung oder branchenspezifische Zulassungen (z. B. Meisterbrief, wenn erforderlich).

Die fachkundige Stelle sucht nicht nach Gründen, um deine Idee abzulehnen. Sie prüft lediglich auf Plausibilität. Wenn du die folgenden Fragen mit „Ja" beantworten kannst, steht einer positiven Stellungnahme nichts im Weg.
Ist der Unternehmerlohn realistisch kalkuliert?
Viele Gründer rechnen sich ihre Zahlen schön, indem sie ihre eigenen Lebenshaltungskosten zu niedrig ansetzen. Der Prüfer checkt, ob die geplanten Gewinne ausreichen, um deinen Lebensunterhalt zu sichern.
Sind die Umsatzprognosen belastbar?
Wenn du im ersten Monat ohne Marketingbudget direkt 10.000 Euro Umsatz planst, wird der Prüfer stutzig. Die Umsätze müssen langsam und nachvollziehbar ansteigen.
Sind alle Kosten bedacht?
Hast du an Steuern, Versicherungen, Software-Lizenzen und Marketingkosten gedacht? Fehlende Kostenpositionen sind ein häufiger Ablehnungsgrund.
Ist der Kapitalbedarf gedeckt?
Wenn du 20.000 Euro für Maschinen brauchst, muss im Finanzplan stehen, woher dieses Geld kommt – Eigenkapital oder Kredit.
Experten-Tipp
Wenn du dir unsicher bist, ob dein Businessplan einer Prüfung standhält, gibt es einen eleganten und kostenlosen Weg: Nutze vor der Gründung einen Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein (AVGS) für ein Gründungscoaching.
In diesem Coaching erstellst du den Businessplan und den Finanzplan gemeinsam mit einem erfahrenen Berater. Da der Berater (als zertifizierter Träger) den Plan mit dir erarbeitet hat, stellt er dir am Ende des Coachings die Tragfähigkeitsbescheinigung in der Regel kostenlos und sofort aus. Du sparst dir die Gebühren für einen externen Prüfer und die Wartezeit bei der IHK – und hast gleichzeitig einen wasserdichten Businessplan.
Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung. Alle Angaben ohne Gewähr.