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Du bist Schreiner oder Tischler und möchtest deine eigene Werkstatt eröffnen? Von der Meisterpflicht über die Werkstattausstattung bis hin zur SOKA-Holz – dieser Leitfaden zeigt dir Schritt für Schritt, wie du deine eigene Schreinerei erfolgreich gründest.

Das Tischler- und Schreinerhandwerk profitiert von einem starken Trend: Kunden legen zunehmend Wert auf Nachhaltigkeit, Langlebigkeit und individuelle Maßanfertigungen statt auf Massenware aus dem Möbelhaus. Gleichzeitig ist das Gewerk ein zentraler Partner in der Baubranche, sei es beim Innenausbau, bei der Altbausanierung oder im Fenster- und Türenbau.
Die Auftragsbücher der rund 39.000 Tischlereien in Deutschland sind gut gefüllt. Für dich als Gründer bedeutet das: Wer sich klar positioniert und hochwertige Arbeit liefert, hat hervorragende Marktchancen und kann lukrative Stundensätze durchsetzen.
Das Tischler- und Schreinerhandwerk gehört zu den zulassungspflichtigen Handwerken (Anlage A) der Handwerksordnung. Grundsätzlich benötigst du einen Meisterbrief, um dich als Schreiner selbstständig zu machen.
Der Meisterbrief ist der Goldstandard im Handwerk. Er berechtigt dich nicht nur zur Führung eines eigenen Betriebs, sondern auch zur Ausbildung von Lehrlingen. Zudem schafft der Meistertitel Vertrauen bei Kunden und Banken – besonders bei der Beantragung von Fördermitteln oder Krediten.
Wichtig: Ohne Meisterbrief darfst du dich nicht „Schreinermeister" nennen. Bezeichnungen wie „Holzdesign" oder „Möbelmanufaktur" sind jedoch zulässig.
Von der ersten Idee bis zum ersten Auftrag: Die wichtigsten Schritte auf dem Weg in die Selbstständigkeit.
Der Businessplan ist das Fundament deiner Gründung. Analysiere den lokalen Markt: Welche Dienstleistungen werden besonders nachgefragt? Spezialisierst du dich auf individuellen Möbelbau, Bauschreinerei oder Restauration? Ein solider Businessplan ist zwingend erforderlich für Fördermittel und Bankkredite.
Einzelunternehmen (einfach, volle Haftung), GmbH (25.000 € Stammkapital, Haftungsbeschränkung) oder UG (ab 1 €, Rücklagenpflicht) – wähle passend zu Haftungsrisiko und Wachstumsplan.
Mit deinem Meisterbrief (oder der Ausnahmegenehmigung) trägst du deinen Betrieb in die Handwerksrolle der HWK ein. Danach folgt die Gewerbeanmeldung beim Gewerbeamt. Das Finanzamt schickt dir den steuerlichen Erfassungsbogen.
Anmeldung bei der Berufsgenossenschaft Holz und Metall (BGHM). Unfallversicherung für Mitarbeiter ist Pflicht, für dich als Inhaber dringend empfohlen.
Du benötigst eine Gewerbeimmobilie mit Starkstromanschlüssen und Absauganlagen. Formatkreissägen, Hobelmaschinen, Fräsen und Handwerkzeuge bilden den größten Kostenblock deiner Gründung.

Die Gründung einer Schreinerei ist mit erheblichen Investitionen verbunden. Hier ein Überblick über die wichtigsten Kosten.
| Posten | Betrag |
|---|---|
| Maschinen & Werkzeuge (Kreissäge, Hobel, Fräse) | 30.000 – 100.000 € |
| Firmenfahrzeug (Kastenwagen, Leasing/Kauf) | 15.000 – 40.000 € |
| Büroausstattung & Handwerkersoftware | 2.000 – 5.000 € |
| Werkstattmiete (erste 3 Monate) | 3.000 – 9.000 € |
| Arbeitskleidung & Schutzausrüstung | 500 – 1.000 € |
| Gesamtes Startkapital (Richtwert) | 150.000 – 250.000 € |

Ein häufiger Fehler von Gründern ist ein zu niedrig angesetzter Stundensatz. Du musst nicht nur Lebenshaltungskosten decken, sondern auch Steuern, Versicherungen, Rücklagen und unproduktive Zeiten finanzieren.
Beispielrechnung:
→ (70.000 + 20.000) / 1.400 = ca. 64 € pro Stunde (Minimum)
Um profitabel zu arbeiten, solltest du mindestens 65–75 €/Stunde berechnen. Bei Spezialisierungen (hochwertiger Möbelbau, Restaurierung) sind 80–100 €/Stunde realistisch.
👉 Unsicher bei der Stundensatz-Kalkulation? Wir rechnen das gemeinsam im Coaching durch.
Kostenloses Erstgespräch buchenIm Schreinerhandwerk können kleine Fehler existenzbedrohende Folgen haben. Eine solide Absicherung ist daher unerlässlich.
Wichtiger Hinweis: Als selbstständiger Schreiner/Tischler bist du rentenversicherungspflichtig. Du musst dich innerhalb von drei Monaten nach Gründung bei der Deutschen Rentenversicherung melden.
Die wichtigste Versicherung – deckt Personen-, Sach- und Vermögensfolgeschäden ab.
Als Selbstständiger wählst du zwischen gesetzlicher (freiwillig) und privater Krankenversicherung.
Als selbstständiger Schreiner/Tischler bist du rentenversicherungspflichtig. Meldung innerhalb von 3 Monaten nach Gründung bei der Deutschen Rentenversicherung.
Pflicht für Mitarbeiter, für dich als Inhaber freiwillig – aber dringend empfohlen.
Schutz für Werkzeug, Maschinen und Material vor Diebstahl, Feuer oder Leitungswasser.
Schutz für teure CNC-Maschinen und Formatkreissägen bei technischen Defekten.
Sichert dein Einkommen ab, falls du deinen Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben kannst.
Schreiner und Tischler gehören grundsätzlich zum Ausbaugewerbe und fallen damit nicht unter die SOKA-Bau (Sozialkasse des Baugewerbes). Stattdessen gibt es für das Tischlerhandwerk die SOKA-Holz (Urlaubs- und Lohnausgleichskasse des Schreiner-Handwerks). Wenn du Mitarbeiter beschäftigst, bist du verpflichtet, Beiträge an die SOKA-Holz abzuführen.
Achtung: Wenn dein Betrieb überwiegend bauliche Leistungen erbringt (z. B. Einbau von genormten Baufertigteilen), kann es zu Abgrenzungsproblemen mit der SOKA-Bau kommen. Lass dich hierzu im Vorfeld von der Handwerkskammer beraten.
Nutze staatliche Förderungen, um deine Finanzierung auf sichere Beine zu stellen.
6 Monate ALG I plus 300 € Pauschale zur sozialen Absicherung. Voraussetzung: Mind. 150 Tage Restanspruch auf ALG I.
Zuschuss zur Sicherung des Lebensunterhalts in der Startphase für Gründer mit Bürgergeld-Bezug.
Zinsgünstige Darlehen bis 125.000 € für Investitionen und Betriebsmittel – oft ohne Eigenkapital.
Je nach Bundesland mehrere Tausend Euro für Gründer mit bestandener Meisterprüfung.
Mit dem Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein (AVGS) erhältst du ein gefördertes 1:1-Coaching zur Erstellung deines Businessplans.
Mehr zum geförderten AVGS-Gründercoaching erfährst du auf unserer Seite AVGS Gründercoaching. Den allgemeinen Leitfaden zur Handwerksgründung findest du unter Selbstständig im Handwerk.
Wer sich als Experte in einer Nische positioniert, kann höhere Preise durchsetzen und sich vom Wettbewerb abheben.
Maßgefertigte Einbauschränke, Küchen und Designermöbel für anspruchsvolle Privatkunden.
Einbau und Wartung von energieeffizienten Fenstern und Sicherheitstüren – stark wachsender Markt durch energetische Sanierungen.
Hochwertiger Ausbau von Büros, Praxen, Gastronomie und Showrooms (B2B-Geschäft mit stabilen Auftragsvolumina).
Fachgerechte Aufarbeitung von antiken Möbeln und historischen Bauteilen – oft mit staatlicher Förderung.

Im Rahmen unseres AVGS-Gründungscoachings begleiten wir dich individuell auf deinem Weg in die Selbstständigkeit. Gemeinsam erarbeiten wir deinen Businessplan, kalkulieren deinen Stundensatz und prüfen, welche Fördermittel für dich infrage kommen.
Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Rechts‑, Steuer‑ oder Finanzberatung. FoundingFits bietet keine Rechtsberatung oder Steuerberatung an. Für verbindliche Auskünfte wende dich bitte an einen Steuerberater, Rechtsanwalt oder eine andere fachkundige Stelle. Alle Angaben ohne Gewähr.